Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Arbeitsplatten aus Beton: Dein Maurer macht’s persönlich

Allgemeines

Sie tun es. Die echten Heimwerker-Könige und Hobbymaurer tun es wirklich selber. Manche mehr, manche weniger erfahren. Denn mit ganzen 391 Do-it-yourself-Videos auf Youtube mutiert selbst der tollpatschigste Grobmotoriker zum kompetenten Maurermeister. Besonders für Küchen mit außergewöhnlichen Formen und modernem Design sind Arbeitsplatten aus Beton eine gute Wahl. Sie können nämlich individuellen Wünschen entsprechend gegossen werden. Einen ähnlichen Gestaltungspielraum bieten nur Arbeitsplatten aus Keramik oder Kunststein.

Die große Euphorie des Selfmade-Experiments wird aber oft schon vor dem Startschuss durch viele Fragen gebremst. Das geht von der Wahl der richtigen Beton-Mischung und dem idealen Mischverhältnis, über das Glattrühren, den Guss, die Montage, und so weiter und so schwierig. Diese Odysee endet dann hoffentlich schon nach dem ersten Versuch – ohne Risse in Beton oder Bandscheiben. Viele selbsternannte Betonierer brauchen jedoch meistens mehrere Anläufe um sich schließlich an einer glatten Küchen-Arbeitsplatte aus Beton erfreuen zu dürfen. Linke Hände und leidige Rücken greifen besser zur stressfreien, aber dafür teureren Version der professionell gefertigten Arbeitsplatte aus Beton. Die zusätzlichen Kosten rentieren sich aber frühestens beim Anblick der vier hochroten Köpfe gestählter Bauarbeiter, die mit äußerstem Kraftaufwand die gegossene Platte auf den Unterbau heben.

Wenn du also nicht zufällig Mitglied im Ringer-Verein bist, dann ist bei großen Platten eine Montage durch den Hersteller oder ein Direkt-Guss vor Ort keine schlechte Idee. Danach kommt der Schlüsselmoment: Halten die Schränke darunter das Gewicht der Platte aus, oder sind sie schon zu Staub zerkrümmelt? Tja, du merkst, das mit dem Beton ist nicht ganz so leicht wie es bei diesen Youtube-Experten aussieht. Ob nun selbstgemacht oder nicht: Neben geschickten Handwerkern lieben auch Architekten und moderne Küchenplaner den urbanen Beton-Stil. Und wenn es soweit ist, und eine Arbeitsplatte aus Beton deinen Wohnraum kurzerhand in ein Designer-Loft verwandelt, dann hat sich die Mühe und diese Odysee auf jeden Fall gelohnt.

Häufige Einsatzorte

Obwohl es der meist-genutzte Baustoff der Welt ist, hat Beton bisher nur eine Nebenrolle in der Innenraumgestaltung gespielt. Nach Feinschliffen in der Herstellung und Verarbeitung sind Arbeitsplatten aus Beton aber zunehmend im Kommen. Designer setzen gerne auf die puristisch-kühle Note von Beton und viele moderne Eigentümer und Unternehmen entschließen sich für die edlen Arbeitsplatten aus Beton in ihren Wohn- und Geschäftsräumen.

Reinigung und Pflege

Imprägnierung

Arbeitsplatten aus Beton müssen abgeschliffen und poliert werden. Dadurch schließen sich die Poren des Materials und die Platte kann leichter gereinigt werden. Bei gekauften Platten erledigt das der Hersteller für dich. Zusätzlich schützt man das Material, indem man es mit Öl, beispielsweise Lein- und Naturstein-Öl, oder Naturwachs einlässt. Im ersten halben Jahr solltest du diese Imprägnierung einmal pro Monat auffrischen, bis deine Arbeitsplatte aus Beton nichts mehr aufnimmt. So können auch Flüssigkeiten nicht mehr in die Platte eindringen.

Eine synthetische Versiegelung schützt dagegen dauerhaft vor Flecken. Allerdings wirkt der Beton dadurch weniger rau und bekommt eine weichere Haptik. Und wenn gar nichts mehr hilft, kann man Arbeitsplatten aus Beton auch mal abschleifen.

Und täglich grüßt das Putzteufelchen

Die Zusammensetzungen und Oberflächen-Behandlungen von Arbeitsplatten aus Beton sind mittlerweile schon so ausgefuchst, dass die Oberfläche sehr, sehr fein und glatt wird. Mit einer guten Imprägnierung musst du dich nicht vor Rotwein, Fetten und Säuren fürchten. Zur täglichen Reinigung und Pflege genügt ein Mikrofasertuch und Glasreiniger.

Von wegen eintönig – die Patina

Nur keine Panik: Das sind keine Flecken! Die natürlichen Farbveränderungen von Beton und manch anderen Oberflächen nennt man Patina. Wundere dich nicht, wenn deine Arbeitsplatte aus Beton mit der Zeit leichte Maserungen oder wolkige Nuancen erhält. Dieser natürliche Prozess verleiht jeder Arbeitsplatte aus Beton eine lebhafte Individualität.

Unsere Tipps

  • Informiere dich über neue Entwicklungen
    Aktuell tüftelt man an einer Light-Version der schweren Beton-Oberflächen. Im Trend liegen Sandwich-Platten, die ausgesprochen dünn und leicht sind – und so nebenbei noch natürliche Ressourcen schonen. 1 m² Arbeitplatte aus Beton wiegt dann nur noch 40-60 Kilo. Bisher sind diese Modelle aber um einiges teurer.
  • Karma-Punkte sammeln
    Beton ist eigentlich ein Produkt mit einem vergleichsweise kleinen ökologischen Fußabdruck. Energie wird nur bei der Gewinnung der mineralischen Bestandteile und der Verarbeitung verbraucht. Achte beim Kauf auf die Herkunft der Gesteinsteilchen, und frage im Betonwerk um die Ecke gegebenenfalls um eine Zusammensetzung mit regionalen Mineralien. Das freut die heimische Wirtschaft und die Umwelt.

Vorteile

  • Loft-Optik
  • Sehr stabil und langlebig
  • Individuelle Formen möglich
  • Abtropf-Fläche und Spüle direkt integrierbar
  • Kratzfest
  • In unterschiedlichen Farben erhältlich
  • Hitzebeständig
  • Selbst herstellbar

Nachteile

  • Sehr schwer (eine Platte von 200 x 60 x 6 cm wiegt ca. 200kg)
  • Relativ Teuer
  • Nur Unifarben erhältlich
  • Unterbau muss stabil sein
  • Unterschränke können absinken
  • Haarrisse können entstehen
  • Wirkt kühl

Preis

Beton ist an sich zwar an sich ein kostengünstiges Grundmaterial, aber die Herstellung und das Finish einer edlen Arbeitsplatte ist sehr aufwendig. Mit 400 €/m² kann man zu rechnen beginnen. Je nach Verarbeitung und Ausschnitten geht der Preis nach oben. Hier ein Beispiel: Für eine Arbeitsfläche mit den Maßen 400x60x4 cm, mit 2 Ausschnitten (Spüle und Kochfeld), Kantenbearbeitung, Versand und Montage zahlt man rund 2150 €. Selber machen ist natürlich billiger, kostet aber dafür meist mehr Nerven und viel Zeit.

Lebensdauer

5-10 Jahre10-15 J.15-30 J.

Fast für die Ewigkeit: Beton-Arbeitsplatten halten gut und gerne 40 Jahre durch.