Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Allgemeines zu Holz-Arbeitsplatten

Holz bringt’s. Eine Raumausstattung aus Holz hat eine nachgewiesene gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper und Seele. Die Stimmung hebt sich, der Blutdruck sinkt und der Puls wird ruhiger – ähnlich wie bei einem Spaziergang im Wald. Die Holzoptik verleiht dem Raum Wärme und Gemütlichkeit. Doch die Natürlichkeit fordert ihren Tribut. Schnitzer hier, Materialabrieb da – ein absolutes No-Go für Gastroküchen mit hohen Hygienestandards. Allerdings kann diesem Schlaraffenland für Bakterien mit den richtigen Mittelchen Einhalt geboten werden. Und Holz hat gegenüber allen anderen Materialien einen großen Vorteil: Bei starken Abnutzungserscheinungen schleift man einfach mal drüber. Wenn es aber nicht gleich das volle Programm im Landhaus-Stil sein muss, dann sollte man das Für und Wider von Holz-Arbeitsplatten genau abwägen. Massivholz und seine positive Wirkung kann nämlich auch sehr gut in anderen Küchenelementen zum Tragen kommen.

Häufige Einsatzorte

Sind dir Gemütlichkeit, Natürlichkeit und Umweltverträglichkeit wichtig, stattest du sicherlich schneller deine Küche mit einer Holz-Arbeitsplatte aus. Massivholz ist grundsätzlich aber nicht die erste Wahl bei Küchenarbeitsplatten, und kommt eher in privaten Eigentumsobjekten zum Einsatz. In krassem Gegensatz dazu stehen puristisch-elegante Designerwohnungen und gastronomische Betriebe, in denen schon seit längerem dafür gekämpft wird, Holz aus der Küche zu verbannen. Dort dominieren aber auch andere Werte: Hygiene, eine einfache Reinigung und nicht zuletzt die Lebensmittelbehörde geben hier die Richtung – und das Material – vor.

Kosten

Natürlich muss nicht immer teuer sein. Ab 85 €/m² geht’s los. Mit einer Birke zum Beispiel. Die Preise sind nämlich abhängig von Holz- und Verarbeitungsart. Verwendet werden harte Hölzer wie Ahorn, Birke, Buche, Kirsch, Nuss oder das exotische Zebrano. Die Härte bestimmt mitunter auch die Lebensdauer: bis zu 20 Jahre und mehr sind bei Holzarbeitsplatten drin.

Reinigung & Pflege

Naturbelassen oder Lackiert? Holz muss behandelt werden, aber nicht immer versiegelt. Eine Lackversiegelung überzieht die Holzplatte mit einer schützenden Schicht, macht sie robuster und einfacher zu reinigen. Jedoch beraubt sie das Holz seiner weichen, natürlichen Haptik und ersetzt diese durch Glanz und Glätte. Nicht so Natur-Öle oder Wachs. Eine geölte oder gewachste Oberfläche punktet neben ökologischen Aspekten mit ihrer einmalig positiven Wirkung auf das Raumklima. Sie lässt das Holz “atmen”,  ist aber auch empfindlicher und aufwendiger in der Pflege. Einmal pro Tag sollte man naturbelassene Oberflächen mit einem Öl-getränkten Tuch nachbehandeln. Viele greifen hier zu einem vertrauten Begleiter in der Küche: dem Olivenöl. Verfärbungen vermeiden Trotz Imprägnierung ist Holz sehr anfällig für Verfärbungen. Entferne deshalb Flecken von farbintensivem Gemüse sowie Fleischrückstände so schnell wie möglich. Hartnäckige Flecken können auch sanft mit Sandpapier weggeschmiergelt werden. Und wenn nicht’s mehr geht, bleibt immer noch der Abschleif-Trick. Tägliche Reinigung Mit einem Wisch ist alles weg? So einfach ist es bei Holz leider nicht. In der unebenen Oberfläche sammeln sich nur allzu gerne Lebensmittelrückstände und mit ihnen Bakterien. Ein feuchtes Tuch, ein bisschen Spülmittel und viel Gründlichkeit können jedoch Abhilfe schaffen. Außerdem gilt hier wie bei allen Holzwerkstoffen: Sorgsames Nachtrocknen ist oberstes Gebot. Naturbelassenes Holz saugt nämlich Feuchtigkeit an und quillt an diesen Stellen auf. Versiegel deshalb gründlich alle Fugen rund um Spüle und Kochfeld.

Unsere Tipps

  • Holzarbeitsplatten sind Softies und möchten auch so behandelt werden.
    Holz ist zwar sehr schön anzusehen, doch hinter der hübschen Fassade steckt ein weicher Kern. Denn Holz ist das weichste Material unter den Küchenoberflächen. Wer im Stress schnell mal auf der Arbeitsplatte schneidet, sorgt bestimmt für bleibende Erinnerungen. Deshalb immer brav Schneidebretter benutzen.
  • Verwende Untersetzer – Holz ist kein großer Freund von Hitze.
    Die hinterlässt meistens dunkle Flecken auf der Platte und sorgt für hochrote Köpfe bei den Besitzern. Stelle niemals heiße Töpfe auf der Oberfläche ab. So bleibt der Blutdruck unten, und die stressmindernde Wirkung von Holz kann ihrem Ruf gerecht werden.

Vorteile

  • Naturbelassen, umweltfreundlich
  • Wärmende Optik und Klang
  • Vergleichsweise günstig
  • Große Auswahl an Holzarten
  • Abschleifbar
  • Hohe Lebensdauer

Nachteile

  • Nur bedingt hygienisch
  • Materialabrieb
  • Nicht kratz- und schnittfest
  • Hitzeempfindlich
  • Feuchtigkeitsempfindlich
  • Zeitaufwendig bei Reinigung und Pflege

Preis

Holz-Arbeitsplatten befinden sich im mittleren Preisbereich. Die Preise beginnen für Birke zum Beispiel bei ca. 85 €/m². Je nach Holzart können diese natürlich auch wesentlich höher ausfallen.

Lebensdauer

5-10 Jahre10-15 J.15-30 J.

Bei Holz hängt die Lebensdauer sehr stark von der Pflege ab, bis zu 20 Jahre und mehr sind aber auch bei Holzarbeitsplatten drin.

Nachgefragt

Metzger-Block – Was ist das?

Diese Bezeichnung wird im deutschsprachigen Raum aufgrund der Ähnlichkeit zu Schneideblöcken in Fleischhauereien irreführenderweise oft als Synonym für Holzarbeitsplatten verwendet. Wenn du jetzt schon deine Messer wetzt, müssen wir dennoch dringlichst von dieser Versuchung abraten: deine Küche ist keine Metzgerei, sondern auch ein Wohlfühlort, den es zu erhalten lohnt.

Interessant ist jedoch eine Spezialform des sogenannten “Butcher Blocks”, die in Amerika auch in privaten Küchen sehr beliebt ist. Hier wird eine Holzplatte an einer einzigen Stelle der Arbeitsfläche montiert, auf welcher direkt geschnitten und gehackt wird. Dieser Block – einem massiven Schneidebrett ähnlich – kann dann bei großen Gebrauchserscheinungen sehr einfach erneuert werden.