Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Arbeitsplatten aus Schiefer:
Von wegen Grau in Grau

Allgemeines

Nix da! Schiefer gibt’s nämlich auch in Grün, Schwarz, Blau, Silbrig oder Goldbraun mit wunderschönen Maserungen. Und Schiefer hat einen großen Pluspunkt, in dem er sogar Bruder Granit aussticht: Er ist unempfindlicher gegen Nässe, Säuren und Öle als andere Natursteine und demnach auch pflegeleichter.

Wer jetzt sofort an sein Badezimmer denkt, der liegt nicht falsch. Vor allem Waschtische und Bodenfliesen aus Schiefer sind sehr beliebt. Aber in der Küche? Hier ist Schiefer noch seltener vertreten, aber im Kommen. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und hinsichtlich Härte und Stabilität kommt Schiefer einfach nicht an einen Granit heran.

Schiefergestein ist – wie der Name schon sagt – von vielen Schichten, sogenannten Schieferungen, durchzogen. Das Resultat: Eine blättchenartige Struktur, die auch bei sorgfältiger Verarbeitung dazu neigt, besonders an Ecken auf zu platzen und weg zu brechen. Für Hygienefachleute eine Katastrophe. Trotzdem haben Arbeitsplatten aus Schiefer aufgrund ihrer unebenen, rauen Oberfläche einen fantastisch- natürlichen Effekt und wirken im Vergleich zu anderen Arbeitsplatten aus Naturstein weniger kühl.

Häufige Einsatzorte

Trotz Pflegeleichtigkeit wird die Gastronomie dem Schiefer den Eintritt in die Küche strengstens verwehren. Das Risiko des Materialabriebs ist schlichtweg zu groß. Aufgrund der außergewöhnlichen Optik ist eine Arbeitsplatte aus Schiefer aber eine echter Hingucker – vor allem in privaten Eigentumsobjekten.

Pflege und Reinigung

Imprägnieren oder nur Ölen?
Ja, es muss sein. Ein nicht behandelter Schiefer ist nämlich ein wahres Verbrechen an der Schönheit dieses Steines: Er trocknet aus und verblicht in seiner Farbpracht. Arbeitsplatten aus Schiefer können entweder völlig imprägniert oder schonend geölt werden.

Eine Imprägnierung erleichtert zwar die Reinigung, kann aber die Farben des Steines erheblich verändern. Um dieses Glücksspiel etwas vorhersehbarer zu machen, kannst du die Imprägnierung zuvor auf einem Muster ausprobieren.

Wer sich für eine geölte Oberfläche entscheidet, der vertraue auf die alten Griechen. Gewöhnliches Olivenöl wirkt nämlich wie ein natürlicher Fleckenschutz auf diesem Stein. Er behält dabei auch seine satten Farben und lässt kleine Kratzer verschwinden.

Wasser Marsch!
Schiefer ist im Vergleich zu anderen Naturstein äußerst pflegeleicht.  Ein feuchtes Tuch reicht im Alltag meist aus – und darf hier auch mal richtig nass sein. Schiefer ist nämlich hinsichtlich Feuchtigkeit alles andere als ein Sensibelchen. Außerdem darfst du so ziemlich alle gängigen Haushaltsreiniger verwenden. Nur besonders aggressive Mittel, wie Entkalker oder Rohrreiniger, bleiben besser im Schrank. Ebenso Spül- und Kratzschwämme.

Unser Tipp

Frage nach dem Herkunftsland
¡Viva Brasil! Nicht jeder Schiefer ist für eine Küchen-Arbeitsplatte geeignet. Ein hoher Quarzanteil ist das Geheimnis der Härte – und auch des Brasilianischen Schiefers. Der Latino ist robuster und unempfindlicher als gängige Schieferarten aus Europa.

Vorteile

  • Wasserabweisend
  • Pflegeleicht
  • Hitzebeständig
  • Langlebig
  • Einzigartige Maserungen
  • Wirkt weniger kühl als andere Natursteine

Nachteile

  • Nicht Kratzfest – weicher als Granit
  • Kann brüchig werden
  • Materialabrieb (nicht für Gastroküchen geeignet)
  • Teuer

Preis

Die Preise orientieren sich an denen von Granit. Mit 200 €/m² ist man also schon dabei. Klingt eigentlich ganz okay, doch darf man hier nicht aufhören zu rechnen. Der Quadratmeterpreis sagt bei Arbeitsplatten aus Naturstein nur sehr wenig über den Endpreis aus. Worauf es beim Preis besonders ankommt, haben wir unter Arbeitsplatten aus Naturstein nachlesen

Lebensdauer

5-10 Jahre10-15 J.15-30 J.

Wenn man es mit den Kratzern nicht so genau nimmt, bringt es eine Schiefer-Arbeitsplatte auch mindestens auf 25 Jahre.