Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Der Albtraum für jeden, der eine neue Küche kauft: Die Schränke passen nicht, die Elektrogeräte sind nicht mit den Oberflächen bündig, die Schranktür geht in die falsche Richtung auf, die Arbeitsplatten sind zu hoch oder zu niedrig und die Steckdosen sind unzugänglich durch eine schlechte Raumplanung. Ganz klar: Die Küche wurde nicht richtig ausgemessen. Falls das Ausmessen des Küchenraums selbst vorgenommen wird, muss dies also absolut akribisch und präzise erfolgen.

 

Allgemeines

Wenn du deine Küche mit einem Experten planst, kommt dieser in der Regel kostenlos zu dir nach Hause, um den Raum auszumessen. Legst du allerdings lieber selbst Hand an, dann geh am besten wie folgt vor. Zeichne dir den Grundriss deiner Küche grob auf, um die Abmessungen aufzuschreiben und um die gewünschte Küchenform einzufügen. Für maßstabgetreue Darstellungen verwende Millimeterpapier. Benötigte Materialien:

  • Rollmaßband mit mindestens 5 Metern (schon ab 5 Euro) oder Laser-Messgerät
  • Lineal für das Zeichnen auf Papier (schon ab 3 Euro)
  • DIN A4 Druckerpapier für das Zeichnen und Aufschreiben (500 Blatt schon ab 6 Euro)
  • DIN A4 Millimeterpapier für das genaue Zeichnen (20 Blatt schon ab 2 Euro)
  • Bleistifte und Kugelschreiber (jeweils ab unter 1 Euro)

 

Das Vier-Augen-Prinzip

Um die Weiten des Küchenraums genauer zu erkunden, sollte man nüchtern und konzentriert sein. Es ist nie verkehrt, den Raum mehrmals zu messen, um die genauen Zahlen immer wieder zu bestätigen – damit die Küche zum Schluss maßgenau passt. Da Fehler beim Ausmessen teuer werden können, sollte hier das Vier-Augen-Prinzip gelten. Frag einen Freund oder deinen Partner, um beim Messen zu helfen – das spart Zeit und ist präziser. Außerdem sind vier Augen besser als zwei. Auf geht’s!


1. Grundriss erstellen

Der ganze Raum muss genau vermessen werden. Boden und Wände sollten in Länge, Breite und Höhe ausgemessen werden. Auch die Maße der Decke müssen festgestellt werden und die Installation der Deckenleuchten sollte berücksichtigt werden. Falls Nischen und Dachschrägen vorhanden sind, dürfen diese nicht vergessen werden.

Achtung: Kontrolliere alle Maße an mehreren Stellen – miss die Raumhöhe zum Beispiel an mehreren Stellen, denn oft gibt es ordentliche Schwankungen bei den Abständen.

2. Fenster und Türen

Fenstersturz, Fensterbank, Höhe, Breite und Länge der Fenster. Türrahmen, Türsturz, Höhe, Breite und Länge der Türen. Diese Angaben sollten in der Grundrisszeichnung eingetragen werden.

3. Anschlüsse

Vergiss nicht, die Position der Steckdosen, Lichtschalter, Herd-Anschlüsse, Wasser-Anschlüsse, Ventile und Heizkörper auszumessen und diese in die Zeichnung einzutragen. Das verhindert deplatzierte Schränke und ermöglicht eine genaue Planung und Positionierung der Elektrogeräte. Falls für den Dunstabzug mit Abluftführung ein Wandkasten (Öffnung) vorhanden ist, sollte dieser ebenfalls vermessen und notiert werden.

4. Materialien

Falls der vorhandene Boden bleibt, können die Abmessungen so übernommen werden. Falls ein neuer Boden hinzukommt, sollte die Höhe und Dicke des neuen Bodens mit eingerechnet werden. Auch sollte festgestellt werden, aus welchem Material die Wände sind und aus welchem die Decke, um nicht später Schränke an einer schwachen Wand (wie zum Beispiel Rigips) zu befestigen, die unter der Last zusammenbricht. Falls die Decke eine Hohldecke ist und die Planung Abhängevorrichtungen beinhaltet, sollte entweder die Decke erneuert oder die Planung verändert werden.

Tipp: Um die Arbeit leichter zu machen und wenn du gerne Musik hörst, schmeiß doch deine Lieblings-CD oder das Radio an.

5. Lieferung

Auch über die Lieferung muss man sich Gedanken machen: Ist ein Aufzug oder sind Treppen vorhanden? Wie groß sind die Türen und passen die einzelnen Küchenteile durch die Türen? Es wäre ärgerlich, wenn die Küche daran scheitern würde, dass sie nicht in die Wohnung zu bekommen ist und man sich überlegen muss, ob die Küche im Flur oder draußen im Garten montiert werden soll.

Nun heißt es: Freund anrufen, Maßband, Papier und Stifte auspacken, Radio anschalten und los geht’s! Nach getaner Arbeit hast du dir durchaus ein Glas Wein oder eine Flasche Bier verdient. Oder eine Flasche Wein und ein Glas Bier? Und dann weiter zu den schöneren Dingen der Küchenplanung…