Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Küchen-Kaufvertrag: Was ist zu beachten?

Die Traumküche ist ausgewählt und nun fehlt nur noch eine Unterschrift, um den Kaufvertrag geltend zu machen. Doch genau wie bei jedem Vertrag sollte man genau hinsehen. Denn eine Küche ist eine Investition, die oft mehr wert ist, als der Neuwagen vor der Tür. Ein Vertrag sollte immer schriftlich und nicht mündlich abgeschlossen werden, denn dies schafft nicht nur für den Verkäufer, sondern auch für Sie Rechtssicherheit.

 

Konzentration

Ob du die Küche nun im Möbelhaus, Küchenstudio oder beim Tischler kaufst: Du solltest Verträge immer in einem wachen, ausgeruhten und geduldigen Zustand lesen. Das garantiert, dass auch alles wahrgenommen wird, alle Wünsche aufgelistet sind und keine versteckten Kosten entstehen.

Zeit ist Geld

Nicht nur der Verkäufer lebt unter diesem Motto, sondern auch der Kunde. Ein Berater, der bei der ersten Besprechung bereits einen Vertrag abschließen möchte, der spektakuläre, aber auch sinnlose und kostspielige Lösungen bietet, sollte schnell durch einen kompetenteren Berater ersetzt werden. Der Vertrag muss immer zuerst in aller Ruhe durchgelesen werden können, ohne den Blick des Beraters im Nacken zu haben. Am Besten, man nimmt den Vertrag nach Hause und studiert diesen ausführlich.

Wichtig: Lies den Vertrag mehrmals und ganz besonders das Kleingedruckte. Falls ein Punkt oder eine Formulierung unverständlich ist, frag den Berater oder jemanden, der es verstehen könnte.

Inhalte des Vertrags

Im Vertrag sollten explizit alle Wünsche und Details aufgeführt werden. Dies beinhaltet alles was zur Küche gehört: Hersteller und Modell im Detail, Schränke, Fronten der Schränke, Griffe, Arbeitsplatten, Sockel, Armaturen, Elektrogeräte, Maße und Anzahl der Schränke und alle sonstigen Details und Aufwertungen der Küche, die besprochen worden sind. Auch der Küchenplan und die Abmessungen der Küchen müssen Bestandteil des Vertrags sein. Mündliche Absprachen werden nur zu leicht vergessen und führen oft zu Streitigkeiten. Wichtig: Bestehe darauf, dass der Experte die Maße deiner Küche vor der Vertragsunterzeichnung nimmt. Die Maße sollten im Vertrag stehen, wie auch die Tatsache, dass diese vom Experten bestätigt wurden. So ist gewährleistet, dass der Händler die richtigen Angaben übernimmt.

Werkvertrag oder Kaufvertrag?

Ein Werkvertrag ist ein Arbeitsvertrag, der eine bestimmte Dienstleistung in einem bestimmten Zeitraum festlegt. Ein Kaufvertrag ist der Eigentumsübergang und die Übergabe einer Ware. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt für ein Werk 5 Jahre und die für den Kauf einer Ware 2 Jahre. Doch der Haken eines Werkvertrags ist, dass nur die Funktionstüchtigkeit der Geräte gewährleistet wird: Wenn also ein Schönheitsfehler am Schrank oder Elektrogerät gefunden wird, dieser aber nicht die Funktion beeinträchtigt, dann muss der Dienstleister oder Händler nicht dafür aufkommen.

Zahlung

Verhandel über den Preis. Zwar ist ein Küchenkauf kein Teppichkauf auf einem orientalischem Bazar, aber oft hat der Verkäufer noch etwas Handlungsspielraum und kann dir einen Rabatt gewähren. Achte jedoch darauf, dass er diesen Rabatt nicht in versteckten Kosten wieder zurückholt, wie etwa Liefer- und Montagekosten. Über die Anzahlung sollte verhandelt werden. Üblich sind 10% bei Geräten und bis zu 30% bei kompletten Küchen. Behalte circa 10% des Kaufpreises zurück, als Restzahlung – für den Fall, dass bei der Küchenmontage noch Restarbeiten erledigt werden müssen. Das motiviert auch den Händler. Liefer- und Montagekosten sollten im Vertrag genau und separat aufgeführt werden. Diese Kosten können auch auf einer gesonderten Rechnung aufgelistet werden, damit sie bei der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden können.

Wichtig: Kosten der Montage und Lieferung nicht in Prozenten rechnen lassen, sondern als Fixbetrag. Lieferung und Montage kosten normalerweise bis zu 10% des Materialwerts.

Lieferung

Damit die Küche nicht erst im nächsten Jahr geliefert und montiert wird, solltest du bereits im Vertrag den ungefähren Liefertermin ausmachen. Der Verkäufer weiß in etwa, wie lange die Küche benötigt, um fertiggestellt zu werden und kann dir somit eine genaue Woche nennen. Bestehe also auf einem Termin oder eine bestimmte Woche. Der endgültige Liefertag kann telefonisch oder schriftlich vereinbart werden. Gegebenenfalls kann für das Eintreten eines Lieferverzuges auch eine Konventionalstrafe festgeschrieben werden. Dies ist nicht grundsätzlich üblich, erspart aber im Ernstfall eine Menge Ärger.