Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Allgemeines

Zugegeben – es wird nicht die erste Entscheidung bei der Planung einer neuen Küche sein. Doch bitte unterschätze nicht die Wahl der passenden Griffe – sie ist wichtiger, als man zu Beginn vielleicht denkt.

Wenn du die Griffe in deiner Küche richtig wählst, fallen dir diese nach ein paar Tagen oder Wochen wahrscheinlich gar nicht mehr auf. Sind sie jedoch nicht optimal eingesetzt, wird dir das jedes mal wenn du kochst ins Auge stechen. Denn schwere Schubladen oder den Kühlschrank mit etwas Unterdruck bekommt man mit den falschen Griffen manchmal nur schwer auf. Und wehe, du hast nasse Hände…

Es lohnt sich also, sich auch mit dem „kleinen Thema“ Griffe im Vorfeld etwas zu beschäftigen. Dazu findest du hier einen Überblick über die verschiedenen Griff-Arten.

Material

Für Küchengriffe wird meistens Edelstahl oder eine beschichtetes Metall verwendet. Metall ist bei Küchengriffen aus 2 Gründen sehr beliebt: es ist robust und hält der Belastung lange stand. Außerdem lassen sich Küchengriffe aus Metall sehr gut mit vielen Fronten-Materialien und -farben kombinieren.

In traditionellen Küchen kommen auch häufig Küchengriffe aus Messing zum Einsatz. Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink, das meist eine rötliche Färbung hat. Diese passt sehr gut zur warmen Optik von Holz.

Eher selten sind Küchengriffe aus Porzellan geworden. Diese Griffe, die du vielleicht noch in Omas‘ alter Küche entdeckt hast, findet man heutzutage nicht mehr oft, denn sie sind im Vergleich zu Metall- oder Messinggriffen doch recht fragil.

In Holzküchen findet man öfters auch Griffe aus Holz. Diese sind etwas robuster wie Porzellan, können aber mit der Langlebigkeit von Metallgriffen auch nicht mithalten.

Den richtigen Griff wählen

Bei der Wahl der Küchengriffe gibt es zwei Dinge separat zu beachten: Design und Funktion.

Design

Auch wenn Küchengriffe nur ein kleines Detail in der Küchenplanung sind, bestimmen sie das Aussehen der Küche am Ende maßgeblich mit. Das Material, die Form und die Farbe der Griffe sollten also immer auf die Fronten abgestimmt sein.

Funktion

Damit du lange Freude an den Griffen hast, ist die Funktion aber mindestens genau so wichtig wie das Design. Manchmal lässt sich hier ein Griff-Mix nicht vermeiden. Häufig werden zum Beispiel Griffleisten für Schubladen und eine Griffstange für den Kühlschrank kombiniert. Wichtig ist, die Wahl des Griffes immer auf die aufzuwendende Kraft, die Bewegung und die körperliche Verfassung der Bewohner abzustimmen. Schwere Objekte brauchen Griffe, die man mit der ganzen Hand umfassen kann. Kleine Schubladen können auch mit filigranen Griffen einfach geöffnet werden.

Formen

Griffleisten

Griffleisten (auch Profilgriffe genannt) bestechen durch ein schlichtes, elegantes Design und sind besonders bei modernen, geradlinigen Küchen beliebt. Sie sind meist aus Metall und werden am oberen Rand einer Schublade oder Türe befestigt. Dabei ragt ein Teil der Leiste über den Korpus hervor. Die Leiste hat nach vorne hin eine Nut, durch die die Leiste besser gefasst werden kann. Achte darauf, dass die Nut vorne dick genug ist, damit du schwere Schubladen auch mit feuchten Händen problemlos öffnen kannst.

Vor- und Nachteile von Griffleisten in der Küche

Da man die Griffleiste nur mit den Fingerspitzen fassen kann, braucht man auch bei einer recht breiten Nut wesentlich mehr Kraft zum Öffnen von schweren Schubladen als zum Beispiel bei einer Griffstange, die man mit der ganzen Hand umfassen kann. Dafür ist das Design einer Griffleiste wesentlich subtiler und fügt sich perfekt in die meisten Küchenplanungen ein.

Die Reinigung von Griffleisten ist an der Oberseite meist sehr einfach, da sie leicht zugänglich und im Normalfall nicht sonderlich verdreckt ist. Schmutziger werden Griffleisten an der unsichtbaren Unterkante.

Griffstange

Griffstangen sind Küchengriffe, die mit Stegen an zwei Befestigungspunkten mit der Front verbunden sind.  Es gibt sie in matt oder glänzend, rund oder eckig.  Man findet Griffstangen – auch Relinggriff, Gehrungsgriff, Ladengriff, Bügel oder Segmentbogengriff genannt – meist horizontal auf Schubladen und vertikal an Türen. Die Länge und das Design der Stange ist von Griff zu Griff unterschiedlich und nicht genormt und sollte an die Schrankbreite angepasst werden.

Vor- und Nachteile von Griffstangen in der Küche

Griffstangen sind vor allem dort sehr nützlich, wo schwere Objekte geöffnet werden müssen. Durch ihre Form kann man sie mit der ganzen Hand umfassen und somit bequemer mehr Kraft ausüben, als zum Beispiel bei Griffleisten. Sie sind deshalb öfters an massiven Holztüren als an dünnen Glasfronten zu finden. Besonders bewährt haben sich Griffstangen an Kühlschränken. In kleinen Küchen, in denen zwischen den Unterschränken kein Platz für eine Geschirrtuchstange mehr bleibt, dienen Griffstangen häufig als praktische Geschirrtuch-Aufhängung.

Bei der Wahl der Griffstangenform ist zu beachten, dass eckige Griffformen wesentlich schmerzhafter sind, wenn man unabsichtlich anstößt, als zum Beispiel Griffstangen mit abgerundeten Ecken oder Bogengriffe.

Knopfgriffe

Knopfgriffe gibt es in unterschiedlichsten Formen, Materialien und Größen. Was sie gemeinsam haben ist, dass sie an nur einer Stelle mit der Front verbunden sind und somit auch leichter ausgetauscht werden können.

Bei der Wahl von Knopfgriffen sollte man darauf achten, dass sie bei schwereren Schubladen und Türen gut zu fassen und nicht zu klein sind.

Muschelgriffe

Muschelgriffe sind sehr oft gewölbte Metallgriffe in Halbkugel-Form. Es gibt aber auch Ausführungen als quadratische oder komplett runde Griffe. Muschelgriffe kommen vor allem bei Schubladen zum Einsatz. Der Muschelgriff ist mit einem oder mehreren Fingern gut zu fassen – auch volle Schubladen lassen sich dadurch recht bequem öffnen.

Besonders beliebt sind Muschelgriffe in Landhausküchen. Aber auch bei modernen Küchen findet man öfters Muschelgriffe aus Edelstahl. Besonders in der eckigen Ausführung passen sie auch gut zu glänzenden Fronten.

Muschelgriffe werden von allen namhaften Herstellern in unterschiedlichen Ausführungen angeboten.

Ziergriffe

Unter Ziergriffen, oft auch als „Landhausgriffe“ bezeichnet, versteht man Küchengriffe, die verspielte, verzierte Formen haben. Das sind oft gebogene Messing-Griffe, oder Griffe mit Porzellan- oder Keramikelementen. Man findet Ziergriffe in unendlich vielen Formen und unzähligen Größen. Man findet sie hauptsächlich in Landhausküchen, bei modernen Küchen kommen Ziergriffe eigentlich kaum mehr zum Einsatz.

Fans von solchen Ziergriffen sollten sich möglichst früh in der Planung mit dem Thema beschäftigen. Denn Griffe mit einem so individuellen Design sollten mit dem restlichen Look der Küche abgestimmt sein. Bitte vergiss dabei nicht, auf an die Funktion des Griffes zu denken.

Pendelgriff

Pendelgriffe sind bewegliche Griffe, die am oberen Griffrand an der Front festgemacht sind. Der untere Teil des Griffs wird bei Verwendung umfasst. Dies hat den Vorteil, dass die Griffe platzsparend flach auf der Front sind, wenn man sie nicht benötigt. Unabsichtliches Anstoßen wird so merklich minimiert.

Neben der auf der Front montierten Pendelgriff-Variante gibt es inzwischen auch flächenbündige Pendelgriffe, die fast unsichtbar in das Metallband der Fronten eingelassen sind und nur zur Verwendung ausgeklappt werden. Für Fans einer grifflosen Optik stellt das eine Alternative zur grifflosen Küche dar.

Besonders bei Pendelgriffen sollte man jedoch auf eine robuste Qualität und Verarbeitung achten. Denn ein wackeliger, filigraner Griff macht im Küchenalltag keinen Spaß.

Grifflose Küche

Grifflose Küchen sind nicht neu, doch aktuell besonders beliebt. Und das hat auch seine Gründe! Grifflose Küchen wirken durch ihre aufgeräumtere Erscheinung besonders ruhig, elegant und modern. Sie sind pflegeleichter, da keine Griffe zu putzen sind und die Fronten somit wesentlich einfacher gereinigt werden können. Außerdem gibt es keine herausstehenden Teile, an denen man sich unabsichtlich anstoßen kann. Kinder finden bei grifflosen Küchen auch nichts, an dem sie sich hochziehen und möglicherweise verletzen können. Damit man bei einer grifflosen Küche auch keine Abstriche bei der Funktion machen muss, gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten:

Abgeschrägte Frontkanten

Eine Möglichkeit sind abgeschrägte Frontkanten,  wodurch man Schränke und Schubladen direkt an der Ober- oder Unterkante anfassen und öffnen kann.

Griffmulden

Auch in die Front eingearbeitete Griffmulden sind gern gesehen. Die Mulden werden meist in der gleichen Frontfarbe lackiert und sind – besonders bei Holzküchen – seit vielen Jahrzehnten gängige Praxis.

Tip-On Beschläge

Besonders beliebt sind auch Tip-On Beschläge, wenn man auf Griffe verzichten möchte. Durch sie lassen sich Türen und Schubladen durch eine leichte Berührung öffnen. Praktisch ist diese Lösung besonders dann, wenn man keine Hand mehr frei hat und einen Auszug einfach durch Antippen mit dem Knie öffnen kann (zum Beispiel zum entsorgen von Müll oder zum Verstauen von Töpfen).

Unsere Tipps

  • Griffe mit nur einem Bohrloch können leichter ausgetauscht werden Griffe und vor allem die dazugehörenden Bohrlöcher und -abstände in den Fronten, sind nicht genormt und von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Wenn du also vorhast, die Griffe immer dem aktuellen Trend anzupassen, solltest du vielleicht auf Knöpfe mit nur einem Bohrloch setzen.
  • Nicht anecken! Besonders bei Küchen in U-Form solltest du darauf achten, dass die Griffe nicht angrenzende Schranktüren behindern. Werden die Griffe falsch gesetzt oder ragt ein Griff zu weit nach vorne, kann das das richtige Öffnen in Ecken behindern. Hierfür bieten sich eher schmale Leisten oder Muschelgriffe an.