Küchen Guide

Wissen für die Küchenplanung

Arbeitsplatten aus Corian & Co.: Künstlich kommt von Kunst

Allgemeines

Lasset das Branding beginnen. Sie heißen Corian, Hi-Macs, Noblan, Lechner elements und Varicor. Sie haben praktisch dieselben Eigenschaften und Anwendungsbereiche. Sie alle sind Mineralwerkstoffe, das heißt eine Mischung aus Acrylharzen, Aluminiumhydroxid und Härtemitteln, und werden künstlich gefertigt. Nur werden diese Kunststeine eben von unterschiedlichen Herstellern produziert. Und: Sie alle haben mit Stein nur sehr wenig zu tun. Da man Mineralwerkstoffen aber auch in Steinoptiken erhält, werden sie gerne als Kunst- oder Acrylsteine bezeichnet.

Wenn schon kein Stein, und auch noch künstlich, was hat dieser Acrylstein denn so zu bieten? Stell dir vor, du hast eine gegossene, absolut dichte Arbeitsplatte, die mit dem gleichen Material fugenlos in ein Spülbecken übergeht. Und das alles in über hundert Farben. Ziemlich genial, oder?

Aufgrund des formbaren Materials können mit Mineralwerkstoffen unzählige, individuelle Ideen und Designs verwirklicht werden. So gibt es auch lichtdurchlässige Arbeitsplatten aus Kunststein, wo mit einfachen Licht-Installationen eine wunderschöne Atmosphäre gezaubert werden kann. Zusätzlich können mehrere Farben nahtlos miteinander verbunden werden. Ein weißer Arbeitsbereich geht beispielsweise über in eine grüne Spüle, oder in ein Unterbaubecken, oder eine Herdplatte oder, oder, oder…

Viele künstlerische Vorteile also, die auch der Hauptgrund für den Entschluss für eine Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff sein sollten. Kommt deine Küche aber ohne die oben genannten Wünsche aus, dann bist du mit anderen Materialien wahrscheinlich besser bedient. Denn dieser Kunststein ist nur bedingt hitzebeständig, kratzfest und obendrein auch nicht besonders günstig. Eines sollte man bei aller Nützlichkeit aber nicht vergessen: Die Kunst ist die Tochter der Freiheit. Sie darf alles, muss aber nicht.

Häufige Einsatzorte

Küchenarbeitsplatten aus Mineralwerkstoffen sorgen vor allem in Designerwohnungen und Eigentumsobjekten für Hingucker.

Pflege und Reinigung

Keine Imprägnierung nötig

Arbeitsplatten aus Corian und Co. sind nicht porös. Das heißt, dass sie gegen die meisten Flüssigkeiten, Schmutz und anderen Küchenschrecken gut gewappnet sind. Das macht das Material sehr pflegeleicht. Einfache Kratzer können ganz einfach mit der grünen Seite eines Schwämmchens rauspoliert werden.

Wasser Marsch!

Für das tägliche Saubermachen sind einfaches Wasser und Spüli meist unschlagbar. Gut geeignet sind außerdem Reiniger auf Ammoniakbasis oder milde Scheuermilch.

Helle Spülen: Design vs. Reinigung

Diese hellen, durchgängigen Spülbecken sehen ja wirklich toll aus. Das Putzen hingegen ist aber meist weniger toll: Töpfe und Metallenes hinterlassen nämlich nur allzu gern graue Striche auf hellem Kunststein.

Unsere Tipps

  • Vorsicht heiß!
    Bei hohen Hitzeeinwirkungen über 180° könnte das Bindemittel im Kunststein Verfärbungen erzeugen. Ein Topf mit kochendem Wasser wird schnell mal 300° heiß! Stelle deshalb niemals Töpfe direkt auf deiner Arbeitsplatte aus Kunststein ab und benutze Untersetzer.
  • Das Schneidebrett – Dein Freund und Helfer
    Jetzt mal ganz ehrlich: Schneiden auf der Platte bedeutet entweder eine zerklüftete Oberfläche, oder kurzen Prozess für deine Messer. Und das stimmt für sämtliche Materialien. So oder so solltest du also mit den guten, alten Schneidebrettern Freundschaft schließen und ihnen einen Stammplatz in deiner Küche gewähren.

Vorteile

  • Fugenlose Verarbeitung möglich
  • Unzählige Designideen und Farben
  • Abschleifbar
  • Langlebig
  • Wasserabweisend
  • Pflegeleicht, unempfindlich bei Öl und Säuren
  • Hygienisch
  • Wärmer als Naturstein
  • Kein Klirren beim Gläserabstellen

Nachteile

  • Empfindlich gegen Hitze (ab 180°)
  • Relativ weich (aber härter als Holz oder Schichtstoff)
  • Sprünge oder Verfärbungen bei hoher Hitze möglich
  • Relativ Teuer
  • Helle Farbtöne sind besonders Fleck-anfällig
  • Vorsicht bei Allergien: Kein Naturprodukt

Preis

Corian und Co. erhält man ab 500 €/Lfm. Das Material ist also teurer als beispielsweise Granit, die Bearbeitung dafür aber um einiges günstiger. Sehr oft gleicht sich der Endpreis deshalb an Granit an. Mineralwerkstoffe werden aufgrund Ihrer Formbarkeit auch gerne mit Keramik oder Quarzkomposit verglichen. Preislich schneiden Corian und Co. im Endpreis hier etwas besser ab.

Lebensdauer

5-10 Jahre10-15 J.15-30 J.

Mindestens 30 Jahre. Arbeitsplatten aus Mineralwerkstoffen haben einen Riesen-Vorteil gegenüber anderen Oberflächen: Man kann sie ganz einfach abschleifen. Die Platte sieht danach wie neu aus. Arbeitsplatten aus Corian und Co. überleben deshalb fast jede Küche und sehen bis zum bitteren Ende noch sehr frisch aus.